12.09.2026
Pjotr Tschaikowski hat seine vorletzte Oper Pique Dame bei einem Florenz-Aufenthalt im Jahr 1890 innerhalb von nur 44 Tagen wie im Fieber niedergeschrieben. Das Ergebnis: eine Musik, die geradezu birst vor Spannung und Expressivität, die rauschhaft und überbordend abwechslungsreich ist, die mitfühlt mit den Hauptfiguren der Geschichte, aber auch den Blick in die Abgründe einer von Obsessionen und Wahnvorstellungen gequälten Seele nicht scheut. Regisseur Roland Schwab folgt Hermann bei seiner verzweifelten Suche nach dem Glück und wirft zugleich ein grelles Licht auf eine Gesellschaft, für die Hermanns drohender Absturz nichts weiter als ein amüsant-schauriges Schauspiel darstellt.
Nach ihrer ersten äußert erfolgreichen Spielzeit an der Staatsoper Hannover, in welcher sich Anthea Barać u.a. als Hexe in Hänsel und Gretel, als Oberpriesterin in Dusapins Penthesilea und als Brigitta in Korngolds Die tote Stadt vorstellen konnte, singt sie im Rahmen dieser Premiere erstmals die Polina und wird in den kommenden Monaten auch als Maddalena in Verdis Rigoletto zu hören sein.
Auch als Konzertsängerin wird Anthea Barać im Laufe der kommenden Monate Gelegenheit haben, mit mehreren Orchestern – darunter auch das Gewandhausorchester mit Beethovens Neunter Sinfonie unter Andris Nelsons – zusammenzuarbeiten. Mit Mahlers Das Lied von der Erde neben Brian Gadge wartet gegen Ende der Spielzeit dann ein besonderer repertoiretechnischer Höhepunkt auf diese stimmlich so vielseitige und vielversprechende Künstlerin.
Besetzung
Xavier Moreno, Hermann
Philipp Jekal, Graf Tomski / Zlatogor
Max Dollinger, Fürst Jelezki
Michal Prószyński, Tschekalinski
Daniel Eggert, Surin
SeungJick Kim, Tschaplizki
Serhii Moskalchuk,Narumow
SeungJick Kim, der Festordner
Helen Donath, die Gräfin
Kiandra Howarth, Lisa
Anthea Barać, Polina / Milowzor
Francesco Angelico, Musikalische Leitung
Roland Schwab, Inszenierung
Piero Vinciguerra, Bühne
Gabriele Rupprecht, Kostüme
Andreas Schmidt, Licht
Lorenzo Da Rio, Chor
Tatiana Bergh, Kinderchor
Daniel Menne, Dramaturgie
Matthias Brandt, Xchange